HUMAN SHOUT- Albumrelease im WUK | FAUX FOX Magazine

HUMAN SHOUT- Albumrelease im WUK

16.11.14
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Alle Fotos © Alexandra Bondi de Antoni

Was haben alte Menschen, eine Minigolf-Session und 3 Musiker aus Wien gemeinsam? Sie alle sind Teil eines wunderbaren Nachmittags, an dem ich die Band „Human Shout“ zu einem erfrischenden Gespräch über Hypes in der Musikszene, die Angst vor Hühnern, Kurt Cobain und postmoderne Postironie getroffen habe. Bei einer hart umkämpften Runde Miniaturgolf – DER Königsdisziplin der Ballsportarten – beweisen die Jungs neben Fingerspitzengefühl auch ein Händchen für älteres Publikum und stehen mir, Loch für Loch, Rede und Antwort.

Als Einstimmung für die anstehende Schlacht (durchaus möglich bei mir und Minigolf) habe ich den Countdown-Song von Human Shouts „Counting from ten“ (Release auf Noisey) rauf und runtergespielt. Ein schöner Vorgeschmack auf das in Bälde erscheinende Debütalbum der Band. Release ist am Samstag, den 22. November, im WUK. Dort kann man sich live davon überzeugen, dass gut Ding eben doch noch Weile braucht. Aber das Warten hat sich gelohnt.

Am Ende einer zähen 18-Loch Partie gingen die Teams mit einem Unentschieden vom Platz, ich habe natürlich bewusst schlecht gespielt um niemanden zu verärgern.

Alexius: Schönes Spiel Jungs, mit dem Ausgleich kann ich leben.  Der Name „Human Shout“ hat aber nichts mit euren Jubelschreien am Golfplatz zu tun, oder?

Adrian: Ganz ehrlich – Wir haben uns schon mehrere Geschichten dazu überlegt, aber im Endeffekt wissen wir selbst nicht, was er bedeutet.

Axl: Ich hab schon einige Theorie gehört, der Bandname könnte z.B. von einem nicht existenten, schwedischen Film kommen.

Alexius: Außer den Geschichten zur Namenentstehung – Was verpasst jemand, der euch noch nie gehört hat?

Axl: Was man sicher nicht verpasst, ist Ehrlichkeit. Wir versuchen, true zu sein und kümmern uns nicht viel um die aktuellen Hypes – wir haben Instrumente mit Verstärkern und so, wie es rauskommt, klingt es dann halt.

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Alexius: Geht ihr gezielt einen Weg um die Hypes?

Adrian: Wir wollen zeitlose und nachhaltige Musik produzieren, bei der keiner 2 Jahre später beim Anhören kotzen muss. Egal, was im Moment gut funktioniert. Das ist natürlich auch mit einem gewissen Risiko verbunden, nämlich überhört zu werden. Obwohl es gerade wieder zu einem Aufschwung von Gitarrenmusik kommt.

Axl: Wobei es schon lustig wäre, ein Album zu machen, bei dem jeder speibt, der es hört – so wie beim braunen Ton, nur halt mit Erbrechen.

Adrian: Ja genau, quasi postmoderne Postironie. Das Take war schon schlecht, aber das geht noch schlechter.

Alexius:  Beim Album hak’ ich nach – Die Aufnahmen zu eurem Debütwerk laufen ja schon eine Weile, es gab mehrerer Releasedates – was dauert da so lange?

Axl: Es ist einfach schwieriger, als man glaubt, ein Album raus zu bringen, wenn man es wirklich mit Hirn macht. Man will immer noch mehr herausholen und so verschieben sich die Release-Termine. Mit einem Eigenlabel („Sissi-Records“) hat man auch mehr Arbeit. Jetzt sind wir aber ready und würden das Album in der Form auch unseren Enkeln vorspielen.

Adrian: Schlussendlich haben wir „Fuck It“ gesagt, Ende 2014 soll’s rauskommen.

Alexius: Schließlich ist die soundtechnische Perfektion nicht euer Ziel – ihr kommt auch fast gänzlich ohne Nachproduktionen aus. 

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Adrian: Ja, wir wählen bewusst einen naiven Zugang à la Garage Attitude. Natürlich feilen wir an den Gitarrensounds und Vocals,  aber im Nachhinein werden keine fancy Effekte mehr hinzugefügt. Es muss keinem Standard entsprechen, sondern emotional passen – quasi roher Sound.

Axl (lacht): Eigentlich ist uns die Kohle ausgegangen.

Alexius: Habt ihr deshalb ein paar Songs auf einer Farm aufgenommen?

Michi: Das war ein altes Bauernhaus meiner Oma – wir haben uns dort in gechillter Atmosphäre zurückgezogen und an Liedern gearbeitet.

Axl: Das Geilste war aber, dass es dort auch Hühner gibt und der Michi extreme Angst vor ihnen hat. Beim bloßen Augenkontakt mit den Zweibeinern ist er fast immer durchgedreht, nach dem Motto:“ Stell dir vor, du stehst nachts allein im Wald und plötzlich steht ein Huhn vor dir“.

Alexius: Welche Inspirationsquellen und Lieblingsorte, außer Bauernhäuser und Minigolfplätze, fallen euch ein?

Adrian: Mehrwertige Sachen und komplexe, nicht zu benennende Gefühle sind immer guter Input. Thema Lieblingsorte, wir sind entweder im Studio oder in abgeranzten Pubs.

Axl: Ich mag meine Wohnung eigentlich recht gern.

Alexius: Alte Menschen scheint ihr auch sehr zu  mögen – in welcher Zeit hättet ihr gern gelebt?

Axl: Die Backstreetboys- und Bravo-Hits- Zeit war als Kind recht unbeschwert.

Adrian: Klischeehaft aber Ende der 60er- Anfang der 70er – Woodstock – Flowerpower. Oder in der Kreidezeit – ich sag nur Dinos.

Alexius: Ihr seid in den 90ern  aufgewachsen – inwiefern prägt einen sowas?

Adrian: Dieses ganze Post-90s-Nirvana-Revival haben wir auf jeden Fall mitbekommen, brauchen uns aber deshalb keinen nostalgischen Stempel aufdrücken.

Alexius: Stichwort Nirvana – Was macht ihr, wenn Kurt Cobain zurückkommt?

Adrian: Ich würde mir eigens dafür einen Instagram-Account zulegen und einen Selfie mit ihm posten.

Axl: Ich würde ihn direkt in die Band integrieren, wobei mir Dave Grohl lieber wäre.

Alexius: Was euch auch ganz recht wäre – das Verlassen der „Comfort-Zones“. Wie meint ihr das in eurem Text?

Adrian: Als halbwegs sensibler Mensch formt man seine Persönlichkeit durch „Try and error“. Es gibt Orte, an denen man sich sehr wohlfühlt. Gerade diese sollte man aber von Zeit zu Zeit verlassen, einfach mal rausgehen, was erleben und sich selbst fordern um zu wachsen. Vielleich ist das auch nur so ein jugendliches Mitte 20er-Ding bei mir – ich meine – Jedem das Seine.

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Alexius: Erlebt habt ihr bestimmt genug – z.B. beim Auftritt im Flex als jüngste Band EVER ?!

Axl: War eine heftige Erfahrung: Das erste Mal backstage im Club, ein Raum nur für uns und sogar ein eigener Kühlschrank voll mit Cola – für die Uhrzeit allerdings zu viel Koffein für unser Alter.

Alexius: Heute habt ihr’s mit dem Alter. Ihr wart auch zweimal Opener für die White Lies – ein paar Worte?

Adrian: Das erste Mal in der ausverkauften Arena war es spitze. Beim zweiten Gig im Gasometer war der Auftritt sehr spontan.  Wir produzierten zu der Zeit das Album, hatten 2 Monate nicht geprobt und keinen Proberaum, unser 4ter Mann Patrick war nicht da, kein Bandbus und finally kein Tontechniker und nach einem Anruf vom Booker blieben uns nur 4 Stunden bis zum Soundcheck. Frag nicht, wie wir das geschafft haben, aber im Endeffekt hat dann alles super geklappt.

Axl (lacht): Ist ja eh alles Playback bei uns.

human shout 4Alexius: Einer eurer Texte behandelt auch das „genervt sein von Oberflächlichkeiten“ – in Bezug worauf?

Axl: Mich nerven interne Gespräche über Mode.

Adrian: Übertriebene Ironie in Gesprächen. Man kann im Moment nichts mehr ernst nehmen – alles ist so ironisch und das nervt mich.

Alexius: Nervt euch Trendmusik auch?

Adrian: Für mich gibt es nur Musik, die funktioniert oder eben nicht. Egal, ob modern oder zeitlich passend. Im Normalfall setzt sich Qualität durch.

 

Axl: Ausnahme „Schlager-Melodien“, die funktionieren auch immer.

Alexius: Einwurf WM – 3 Worte?

Axl: Christiano Ronaldo Fan (das meint er diesmal ernst) und Kick-Tipp-Runde.

Alexius: Pläne für die Zukunft?

Axl: Das Album hat jetzt unsere ganze Aufmerksamkeit, nach dem Release kommt sicher eine Österreich-Tour. Live spielen ist sowieso das Wichtigste heutzutage.

Alexius: Noch etwas hinzuzufügen?

Michi: TOD DEM HUHN!!!

 

Am 22. November spielt HUMAN SHOUT  live im WUK, allerdings kein Minigolf. Überzeugt euch selbst von ihren musikalischen Fähigkeiten und lasst euch blicken. Wir freuen uns darauf!!

Hier gibt’s mehr Infos zu HUMAN SHOUT. Dort könnt ihr auch das Album vorbestellen.

Eintrittskarten sind verfügbar, für Infos zur Veranstaltung hier entlang.

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