MQ VIENNA FASHION WEEK – DAY 2 | FAUX FOX Magazine

MQ VIENNA FASHION WEEK – DAY 2

14.09.12
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Immer noch von Regen begleitet, war auch Tag zwei Wiens wohl medienwirksamsten Modeveranstaltung wahrhaft ereignisreich. Man beeindruckte wieder mit jeder Menge Shows, Showrooms und Conchita Wurst!
Gezeichnet durch starke Kontraste zwischen den einzelnen Shows reichte die Bandbreite an Fashion von Pompös (wie Herr Glööckler zu sagen pflegt) über Glamgoth bis hin zu Lätzchen-Couture.

Mariella Morgana

Die überaus sympathische Mariella Morgana Mayer – die übrigens heute ihren Geburtstag feiert! – eine Absolventin von Wiens wohl renommiertester Modeschule, Schloss Hetzendorf, überzeugte mit Patchwork-Chic in schwarz, grau und oliv und einem fast bis zur Gänze gefüllten Fashion-Week-Zelt. Einen sehr schönen Effekt boten auch die in Fleece gebrannten Löcher, dicht gefolgt von transparenten Akzenten, die uns nicht zu viel Haut zeigten aber durchaus die Imagination des ein oder anderen Gastes stimulierten! Eine sehr gelungene und vor allem tragbare, aber doch auffällige Winterkollektion!

Auch ein einbeiniges Huhn findet mal ein Korn.
Er kommt in Frieden.
Er auch.

Lucja Wojtala, Damian Konieczny, Studio B3

Von den österreichischen Modeschöpfern stark unterschieden haben sich die drei polnischen Designer, die vom Polnischen Institut Wien geladen wurden, ihre Kreationen zu präsentieren. Während Lucja Wojtala auf Pastell-Neon-Clash, Mustermadness und Hosen aus Baumwollfrottee (Coco Chanel war vermutlich vor lauter ‘Im-Grab-Umdrehen’ schon etwas blümerant) setzte, schickte Damian ‘Denim’ Konieczny eine Jeans-en-masse Kollektion über den Laufsteg. Kombiniert mit schlichten, in Falten gelegten Oberteilen und einem Farbverlauf hier und da wirkte dies zwar sehr stimmig, aber leider nicht überzeugend genug. (Eine Bemerkung am Rande: Seine vorigen Kollektionen sind, den Videos nach zu urteilen, eindeutig besser!) Studio B3 hatte, im Vergleich zu den Landsleuten, die stärkste Kollektion bestehend aus schwarz und türkis, Stulpen an Händen und Füßen und nette Accessoires wie Nieten und Knöpfe.
Eines muss man den Freunden aus dem Osten jedoch lassen – wenn auch die Mode nicht ganz mein Stil war, ihr Musikgeschmack ist eindeutig nicht zu verachten!

“Bei H&M, im Ausverkauf, um 5 Euro würd ich’s nehmen!” – Anonym.
Wer zu viel Jeans trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren.
Das Loch da am Bein ist wahrscheinlich Absicht.

Callisti

Gucci Gucci, Louis Louis, Fendi Fendi, Callisti!
Das 2007 gegründete Luxuslabel der österreichischen Designerin Martina Müller war, wie auch nicht anders erwartet, ganz vorne mit dabei! Mit Naturtönen von Farben wie braun, grau und sand konnte ich meine ‘Knallfarbenkrise’ überwinden und ließ mir von den fliegenden, hochwertigen Stoffen förmlich das Gemüt massieren. Frau Müller weiß, welchen Typ Frau sie kleiden will und das hat sie mit ihren femininen, selbstbewussten Kreationen, die teils mit Krokoleder (?) und edlen Accessoires aufgepeppt, vermutlich schon in eine andere Preisklasse fallen, als von den Wiener Designern gewohnt, auch gezeigt. Zudem gab es tolle Männersachen, Schuhe und Taschen. Die, meiner Meinung nach zwar verdienten, aber die Gesamtlaune vielleicht etwas zu sehr zu einer Art Jahrmarktstimmung verkommen lassenden, Standing Ovations zeugten von sich selbst!

Der Typ hat auch schonmal für FAUX FOX gemodelt. Yay!
Callisti-Rücken können auch entzücken.

Andy Wolf Eyewear feat. Mark&Julia

Österreichs wohl erfolgreichstes Brillenlabel Andy Wolf Eyewear konnte gestern Abend in erster Linie mit Kreativität, innovativen Formen  und toller Modeunterstützung punkten! Während sich der Luxus der Andy Wolf Gläser nicht nur im aufwendigen Handarbeitsprozess (jede Fassung hat eine Herstellungszeit von bis zu drei Wochen!) sondern auch in der zum modischen Accessoire umfunktionierten Brille definiert, steigt der Bekanntheitsgrad der Steirischen Brillenmanufaktur seit der ersten Kollektion im Jahre 2006 immens und kennt mit Trägern wie Hugh Grant, Eric Clapton und Lady Gaga offensichtlich auch keine Grenzen. Eine volle Erfolgsshow, unterstützt von wunderbarer Live-Musik von Konea Ra und den österreichischen Jungdesignern Mark & Julia, die mit tollen Schnitten, Mustern und Stoffen ihren erfolgreichen Vorgängerkollektionen eine würdige Nachfolgerin bieten.

Stars in der Manege. Pumuckl im Publikum.
Die Frisuren waren super!
Die Klamotten und Brillen auch!

Manufaktur Herzblut

Vor lauter Schönheit blutende Herzen gab es bei der letzten Show des Tages. Der 23-jährige Tiroler und Schneidermeister Markus Spatzier begeisterte restlos und war zweifelsohne die mit Abstand beste Präsentation des Tages! Leder, Federn, Stoff, Ornamente, viel Glitzer und Tradition wurden  in einer perfekt verarbeiteten Kollektion makellos miteinander kombiniert und durch den tollen Soundtrack – von Dubstep-Lykke Li bis zu Soap&Skin – wunderbar unterstrichen. Seiner Alpenlolita verpasste er heuer (statt Steampunk-Elementen) kurzerhand Elégance und Schleifen und wurde seinem Image als Enfant Terrible der Dirndl-Macher damit wieder mehr als gerecht. Funkelnde Colliers, ausgeschnittene Rücken und sexy Kleider aus schwarzer Spitze durften natürlich auch nicht fehlen, immerhin hat Markus Spatzier mit diesen Merkmalen schon letztes Jahr begeistert! Österreichs Lieblings-Hot-Dog Conchita Wurst sorgte als Gender-Bender auf dem Laufsteg noch für zusätzliche Begeisterung. Auch in puncto Männersachen glänzte der Designer übrigens natürlich wieder auf ganzer Ebene. Bei derart viel positiver Kritik habe ich noch eine Bitte für nächste Jahr: Dem eigenen Stil treu zu bleiben ist wichtig und gut, eine Eigeninterpretation eines vollkommen unerwarteten Styles wäre jedoch bestimmt auch mal sehr spannend!

Wurst.
Ohne Wurst. Wahrscheinlich.
Er ist Model. Er darf eh nichts essen.
So hübsch.

(Fabian Riess, Fotos: Daniel Gottschling for FAUX FOX)

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