KEN HAYAKAWA HAT BOCK AUF KULTUR | FAUX FOX Magazine

KEN HAYAKAWA HAT BOCK AUF KULTUR

15.11.14
0 6

 

Ken Hayakawa

Man braucht Samstagabend vielleicht keinen besonderen Grund, um Feiern zu gehen. Schön ist es aber dennoch, wenn man mit der Tanzeslust nicht nur die eigenen Beine sondern auch etwas Gutes bewegen kann. Das geht zum Beispiel heute im Werk, denn KLUB FRAKTAL hat wiedermal Bock auf Kultur. Dort wird auf den Putz gehauen und für ein besseres Miteinander geshakert. Gegen soziale Ungerechtigkeit und für Projekte, die eben diese bezwingen wollen. Wie das Flüchtlingsprojekt von Ute Bock. Auch Ken Hayakawa ist mit von der Partie. Ich habe im Vorfeld ein wenig mit dem DJ und Gründer des Labels Schönbrunner Perlen geplaudert. Eins ist klar, Bock hat er auf jeden Fall.

 

Alexius: Hi Ken, wie geht`s dir und was treibst du so?

Ken: Hab gerade Kopfweh und bereite mich mental auf den nächsten Gig vor.

 

Alexius: Kalt wird`s. Wie überstehst du den mühsamen Winter in Wien?

Ken: Da kuschle ich mich gerne ins Studio.

 

Alexius: Dein Label Schönbrunner Perlen wird uns bestimmt auch wieder ordentlich einheizen. Was tut sich gerade und wo müssen wir unbedingt hin?

Ken: Nächste Woche Samstag haben wir ein „Schönbrunner Perlen Presents“ in der Grellen Forelle mit Space Echo Live und Patlac aus Hamburg. Dann kommt noch ein Release von Johan Johanson und eine Compilation für 2015 ist auch in Planung.

 

Alexius: Jede Menge also. Ein Pflichttermin ist auf jeden Fall die „Bock auf Kultur“ – Veranstaltung heute Abend im Werk. Wie stehst du zum Thema „soziale Ungerechtigkeit“?

Ken: Schwieriges Thema! Würde jeder Mensch versuchen, seinem Umfeld ein bisschen zu helfen, müssten wir vermutlich gar nicht erst über dieses Thema diskutieren.

 

Alexius: Was sind für dich die kleinen Dinge im Leben?

Ken: Die machen das große Ganze für mich aus. Der Duft, wenn man etwas Leckeres kocht, die Sonne im Gesicht. Das kann einem oft über schlechte Tage helfen.

 

Alexius: Angenommen, du würdest dich morgen auf einen Kaffee mit Frau Bock treffen, was würdest du sie fragen?

Ken: Warum sie mir „Mein Beileid“ gewünscht hat als ich mich vor ein paar Jahren im Fluc mit Ken vorgestellt hab.

 

Alexius: Bei „Bock auf Kultur“ geht’s ja auch viel um Förderungen, Spenden von Sponsoren bzw. aus öffentlicher Hand und Sammelaktionen. Auch für euer Label/Kulturbetrieb sind derartige Dinge immer wieder relevant oder?

Ken: Natürlich haben wir auch schon mal um Förderung angesucht, aber wir versuchen alles relativ unabhängig aufzuziehen. Bei einer Förderung musst du den vorgegebenen Zeitplan erfüllen. Das ist oft schwierig wenn es um Künstlerische oder kreative Prozesse geht. Spenden und Sponsoren gab’s noch nie.

 

Alexius: Es wird immer schwieriger, Geld durch den Verkauf von Musik zu verdienen. Was sind die Optionen?

Ken: Die Bühne ist momentan die größte Option. Aber da wird sich bald vieles ändern. Es dauert nicht mehr lange und das Equipment im Club hängt am Internet und Tantiemen werden dadurch genauer abgerechnet.

 BOCK AUF KULTUR: FAUX FOX

 

Alexius: Auf der Bühne heute Abend kann man Ogris Debris live bewundern. Selbst Freunde von mir aus Hamburg lieben ihren Song Miezekatze. Wie schwierig ist es für österreichische DJs und Produzenten, die (Landes)Grenzen zu überschreiten?

Ken: Sehr schwierig. In Österreich werden Produzenten und DJs meist völlig falsch bis gar nicht gefördert. Man agiert oft als billiger Lückenfüller der nicht mal am Event promotet wird. Aber Qualität setzt sich auf Dauer immer durch. Wenn es einfacher wär, wäre es wahrscheinlich uninteressant.

 

Alexius: Wenn es einfacher wär, wäre es wahrscheinlich uninteressant. Passt irgendwie zu der Geschichte des Club „Jessas“. Was denkst du darüber?

Ken: Sehr schade dass dieses Projekt so abgewürgt worden ist. Aber die Leute von Jessas hat es nur stärker gemacht. Man wird von ihnen bestimmt bald wieder was hören!

 

Alexius: Apropos hören: Hast du inzwischen einen MP3 Player?

Ken: Nein.

 

Alexius: Auflegen vor 10 Jahren und heute: Was hat sich für dich verändert?

Ken: Damals hatte ich einen 80iger Vinyl Case, heute 2 USB-Sticks.

 

Alexius: Meine Oma findet Dubstep in der Werbung inzwischen ganz normal. Welche Musik hören die Menschen in 10 Jahren?

Ken: Meiner Meinung nach wiederholt sich alles immer wieder. Das Einzige was sich ändert sind Genrekombinationen und das Technische. Dubstep war z.B. für mich nie was Neues. Auch das ganze EDM-Zeug besteht hauptsächlich aus Technosounds der 90iger. Natürlich war der Klang damals anders, aber geändert hat sich nicht viel.

ken_hayakawa3

© poolbar.at

Alexius: Du wurdest kürzlich auf goodnight.at zu einem der 18 schönsten Männer Wiens gekürt. Was hältst du davon?

Ken: Finde die Reaktion der Leute teilweise sehr interessant. Ich habe einen Post auf Facebook gelesen, in dem sich jemand wahnsinnig aufgeregt hat, dass das Ranking schlecht sei und eigentlich alle hässlich sind. Das hat eine große Diskussion und viel Schimpferei ausgelöst.

 

Alexius: Auf was hast du jetzt gerade Bock?

Ken: Schlafen

 

Genau das Gegenteil von dem, was wir heute machen werden. Also nichts wie los ins Werk, Spaß haben für einen guten Zweck mit feinem Sound.

Infos zur Veranstaltung findet ihr hier

Über Ken wollt ihr auch mehr erfahren? Nur zu.

Euch sagen Ogris Debris nichts? Bildungslücke!!

 

Redakteur: Alexius Ivo Baldissera

 

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *


6 × zwei =

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>