:aexattack Starlight Release | FAUX FOX Magazine

:aexattack Starlight Release

07.12.14
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© alle Bilder: Benedikt P.

 

Go for gold and reach for the stars. So ungefähr war die Gefühlslage, als ich mich mit Axl und Heli von :aexattack in ihrem Studio getroffen habe. Wir haben herumgeblödelt, uns aber auch über ernste Themen (Schlager und Arschgeweihe) unterhalten. Über das Ende Februar/Anfang März erscheinende Doppelalbum habe ich auch einiges erfahren und weiß jetzt, dass die neue Single „Starlight“ zwar wenig mit Andrew Lloyd Webber, dafür umso mehr mit Gefühlen und inniger Freundschaft zu tun hat. So ungefähr zumindest.

Alexius: Ein paar Worte über euch.

Axl: Musikalisch haben wir uns alle schon gekannt. Nur Heli habe ich später kennengelernt. Getroffen habe ich ihn auf einem Konzert, mit meiner Stirn mitten ins Gesicht. Trotzdem kam er wenig später in die Band. Ein Monat später hatten wir unseren ersten Auftritt.

Heli: Die anderen Jungs kannte ich schon länger, Liwi sogar schon seit Kindergarten-Zeiten, mit Michi war ich gemeinsam in der Volksschule.

Alexius: Klingt irgendwie romantisch. Wer wird eigentlich überleben, wenn AEX angreift?

Heli: Die Liebe überlebt auf alle Fälle.

Alexius: Das klingt schon wieder romantisch. Für welche Bandeigenschaften könnten die Buchstaben A/E/X stehen?

Axl: Arrogant, egoistisch und Xylophon.

Alexius: Ich erhöhe und bitte um 5 Wörter, die euch zu Wien einfallen?

Axl: Kalt oder voll heiß. Geburtsort.

Heli: Entnabelung, weg von daheim und weg von Kärnten. Freunde und neue Bekanntschaften.

Alexius: Ich denke bei Wien immer an Winterdepression. Was tun?

Axl: Ich lenke mich gerade durch viel Arbeit von der Kälte ab. Außerdem, ein bisschen deprimiert sein ist eh ganz ok, so entstehen wieder Texte.

Heli: Heizen wäre eine Option. Ich versuche, mich durch mein Studium auf andere Gedanken zu bringen. Das macht mich aber oft noch depressiver.

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Alexius: Weil wir es vorhin von Kärnten hatten: Für was steht Kärnten eigentlich musikalisch?

Axl: Ganz klar für Starnacht am Wörthersee. Schlager ist extrem präsent, da kommt man nicht dran vorbei. Es gibt zwar einige coole Acts, zum Beispiel Sir Tralala oder Naked Lunch, aber die bleiben auch nicht in Kärnten. Was bleibt, ist dann die Volksmusik.

Heli: Sagen wir Schlager mit viel Niveau.

Alexius: Niveau hat eure neue Single Starlight auch. Erzählt mir alles, was ich wissen muss.

Axl: Es geht um die Freundschaft zu Heli. Nach dem Motto „Du bist zwar irgendwie da, aber doch weg“. Heli ist erst später nach Wien gekommen.

Alexius: Romantisch sag ich diesmal nicht. Wie löst man so eine Thematik in einem Video?

Axl: Wir haben mit Max, einem 7-jährigen Bekannten von mir, gedreht. Wir hatten auch voll die gute Story, aber es hat nicht ganz geklappt.

Heli: Ja, weil das Wetter richtig schlecht war. Und wir richtig dicht.

Axl: Stimmt. Wir haben dann aber doch noch was von dem Material verwenden können. Unser Stil ist zwar eigentlich trashiger, aber wir haben uns dann nicht so viele Gedanken darüber gemacht.

 

Alexius: Passt dieses „machen und einfach darauf scheißen“ zu eurer „Stay Young“ – Philosophie?

Axl: Drauf scheißen und machen. Aber mit Hirn. Stay Young bedeutet für mich der naive Zugang zu Musik und Kunst.

Heli: Generelles „Naivsein“ ist nichts Schlimmes. Wir meinen dabei nicht zwingend „bleib für immer jung“. Sondern eher „verlier deinen naiven Zugang nicht, bleib offen für Neues“.

Alexius: Gibt es dennoch Motive, die ihr euch nie tätowieren lassen würdet?

Heli: Ich habe gar kein Tattoo, würde aber Arschgeweih sagen.

Axl: Irgendwas Politisches kommt bestimmt nicht in Frage.

Alexius: Seid ihr politisch uninteressiert?

Axl: Ganz im Gegenteil, ich bin sogar braver Wähler. Aber ich will damit nicht als Künstler und Musiker in Verbindung stehen. Für mich ist das eher privat, Menschen sollen mich nicht mit einer politischen Richtung verbinden.

Alexius: Sondern mit was?

Axl: Die Leute sollen das schätzen, was wir machen, sehen, dass es nicht aufgesetzt ist und wir in keine Rolle schlüpfen. Meine Präferenz und mein strengster Kritiker ist hier meine Mutter, die meine fertigen Songs als Erste hören darf. Wenn sie nicht mit dem Hintern wackelt, weiß ich, dass aus der Nummer nix wird. Bei einem Auftritt war ich mal zu betrunken. Da hat zwar für mich alles gewackelt, aber meine Mutter stand still.

Alexius: Wie seht ihr sonst die Unterstützung in Wien? Hat man es als Vorband schwer?

Axl: Es ist schwierig, die Leute gezielt zu erreichen.

Heli: Wenn dich keiner kennt als Support, kannst du eigentlich eh nur gewinnen. Die Konzertkultur in Wien ist schon super, es könnten sich aber noch mehr Menschen daran beteiligen.

Axl: Das funktioniert dafür bei den Kärntner Schlagerkonzerten. Vielleicht sollten wir doch Schlager machen, ich schreib ja auch schon an einem Song.

Heli: Axl kann auch gar nicht anders. Er schreibt zuerst Schlager und versucht dann, das Lied durch die Gitarre so richtig arg einzuspielen.

Alexius: Auf welchem Festival würdet ihr eigentlich gerne einmal spielen? Kann natürlich auch außerhalb von Kärnten sein.

Heli: Es sollte auf jeden Fall richtig irre sein, vielleicht Woodstock Reloaded.

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Alexius: Bietet Wien denn überhaupt genug Platz für Musiker?

Axl: Grundsätzlich ja, wenn man erst mal in der richtigen Szene drin ist, lernt man auch schnell die richtigen Leute kennen. So entstehen viele Musikerkontakte, die sich auch gegenseitig unterstützen. In Wien gibt es aber allerhand coole Musikprojekte, denken wir an das Donauinselfest oder das Popfest. By the way, gibt’s den Jessas-Club jetzt eigentlich schon?

Alexius: Ich würde „Jein“ sagen. Eure Meinungen?

Heli: Ich wollte hin, hab dann aber leider verpennt. Ein Freund hat mir dann erzählt, dass es abgesagt wurde und warum. Heftige Story.

Axl: Meine Oma würd jetzt „Jessas na“ sagen.

Alexius: Lassen wir mal die Oma aus dem Spiel und reden über euer Debütalbum. Es wird ja ein Doppelalbum. Habt ihr denn überhaupt so viele Nummern?

Axl: Wir haben 80 Songs und … Bullshit. Natürlich nicht. Wir haben 15 Lieder in 2 Tagen eingespielt, 5 Songs wurden wieder gekickt, somit kommen 10 Tracks aufs Album, das sich STAY YOUNG nennt. Alles selfmade. Irgendwann kam die Idee auf, ein Feature-Album zu produzieren, auf dem österreichische Musiker jeweils einen Song von uns neu interpretieren. Die zweite CD besteht also aus reiner Interpretation und nennt sich STAY FRIENDS. War eine lässige Geschichte, ich hoffe nur ,dass die erste CD jetzt nicht floppt (lacht, aber schon leicht nervös).

Alexius: Wen kann man auf der STAY FRIENDS-CD unter anderem hören?

Axl: Sir Tralala, Sado Maso Guitar Club, Kommando Elefant und noch so einige tolle Interpreten.

Alexius: Wann soll die Platte erscheinen?

Axl: Wahrscheinlich Ende Februar/Anfang März, gefolgt von einer Release-Party und einer kleinen Tour.

Alexius: Klingt einladend. Steckt hinter dem Album eigentlich ein spezielles Konzept?

Axl: Naja, es geht viel um das Rebellieren und das Jungsein. Einfach ein cooles Schrammel-Gitarren-Album.

Heli: Das Wort Schrammel klingt gut, aber auch so falsch, dass es sogar noch beim Ausdrucken auf Papier rot unterstrichen wird.

Axl: Kurzum, der einzig echte rote Faden steckt in meinem Pulli (hat sogar echt einen an).

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Alexius: Möchtet ihr noch etwas hinzufügen?

Axl: Du meinst, außer dass alle unsere Facebook-Freunde gekauft sind? Ja, da gibt es noch was: Michi hat vor Kurzem die Band verlassen und wir möchten uns bei ihm für die letzten gemeinsamen Jahre bedanken. Musikalisch gehen wir getrennte Wege, die Freundschaft bleibt aber natürlich erhalten. Wir machen jetzt zu dritt weiter, bei den Live-Auftritten sogar zu fünft, hier sind Maurice an den Drums und Candy an der Gitarre bzw. Orgel die Neuzugänge. Es kommt also eine spannende Zeit auf uns zu, wir befinden uns quasi in der Geburtsstunde von :aexaatack. In der richtigen. Im besten Fall müssen alle Bandmitglieder zum Studieren aufhören. Aextastic wäre das.

 

Hier gibt’s mehr :aexattack

 

Redakteur: Alexius Ivo Baldissera

 

 

 

 

 

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